Ausbildung an der STILL ACADEMY Osteopathie GmbH

Die STILL ACADEMY arbeitet mit vielen LehrerInnen zusammen, die ausschließlich Osteopathen D.O. und Ärzte sind. Sie kommen aus Deutschland, Belgien und Frankreich.
Der Lehrinhalt eines Unterrichtsfaches wird meist nicht von einem, sondern, unserem Konzept verpflichtet, von mehreren LehrerInnen vermittelt. Dies fördert und fordert die Eigenständigkeit des Schülers. Ihm wird ein umfangreiches Wissen vermittelt, er wird angeleitet in seiner Entwicklung und findet keine Hierarchie, die sein eigenes Wachstum begrenzt.
Osteopathie im Sinne Stills ist auch ein Weg zur Öffnung und Entwicklung des eigenen Bewusstseins. Die Kommunikation mit dem Gewebe als behutsamer Blick in die Besonderheit eines Organismus ist Voraussetzung für die Linderung von akutem Leid. Das Gewebe kündet als stiller Träger des persönlichen Körpergedächtnisses lautlos und doch beredt von einer Dysbalance, die die Hand des Osteopathen, hier als Sensorium und Werkzeug, wahrzunehmen und zu ändern sucht.
Die Kommunikation mit dem Gewebe ist auch Grundlage, um in der Begleitung eines Patienten körperliche, seelische und geistige  Entwicklung mit zu eröffnen und zu fördern.
In der Begleitung des Schülers auf diesem Weg bietet die STILL ACADEMY in den sechs Ausbildungsjahren ganz bewusst Rahmen und Raum. Der Kontakt der Schüler zu den Lehrern, zu den Assistenten und zur Schulleitung ist erwünscht und für die Förderung der individuellen Entwicklung notwendig.

Die Ausbildung gliedert sich in sechs Ausbildungsjahre mit je sieben Seminaren von jeweils 30 Zeitstunden Unterricht. Das entspricht einer Gesamtstundenzahl von 1744 Unterrichtsstunden bzw. 1308 Zeitstunden. Dies ist die zurzeit umfangreichste berufsbegleitende Osteopathieausbildung in Deutschland. Gemäß unserem Konzept entstehen keine Zusatzkosten für Skripte, Seminare an den Universitäten, Sonderkurse oder schulinterne Prüfungen. Die theoretischen Grundlagen und das praktische Handwerk der Osteopathie werden in fünf Jahren gelehrt.

Das sechste Jahr dient der Synthese und Integration des zuvor Erlernten. Der Osteopath braucht die Konvergenz der Informationen, um eine sinnvolle osteopathische Behandlungsachse aufstellen zu können. Es ist nicht die Technik an sich, die eine effektive osteopathische Behandlung ausmacht, sondern der angemessene Einsatz der geeigneten Technik, der die lösungsorientierte und auch nachhaltig erfolgreiche Arbeit ermöglicht.

Somit vertieft das sechste Ausbildungsjahr vieles im Detail und zeigt dem Lernenden anamnestische, differenzialdiagnostische und therapeutische Wege zu osteopathischen Intervention auf. In diesem sechsten Jahr begleiten wir den Schüler auf dem Weg zum verantwortlichen Therapeuten bei der Arbeit mit etwa 50 Patienten. An diesen extern geladenen Patienten kann der Anamnese- und Behandlungsaufbau erlernt und gefestigt werden.
Die medizinische Ausbildung dient dem Aufbau einer sicheren differenzialdiagnostischen Kompetenz. Dieser Teil der Ausbildung wird vom zweiten bis vierten Ausbildungsjahr von den Dozenten der Hufelandschule gestaltet, die auf langjährige Ausbildungserfahrung zurückgreifen können.

Die Osteopathie gewinnt ihren großen Wert aus der Möglichkeit, scheinbar gleiche Symptomatik aus ganz unterschiedlichen physiopathologischen Entstehungswegen zu verstehen und zu behandeln. So kann der Entstehungshintergrund im viszeralen System, im parietalen System und im kraniosakralen System liegen. Wir müssen in allen Bereichen diagnostisch wie therapeutisch gleich sicher sein, um den angemessenen therapeutischen Weg festlegen zu können.

Aus didaktischen Gründen unterrichten wir die Teilbereiche der Osteopathie zunächst getrennt. Kraniosakrales, viszerales und parietales System werden in Theorie und Handwerk in gleicher Gewichtung über die ganze Ausbildung unterrichtet. Auch das große Gebiet des faszialen Systems, die Arbeit mit den Bindegeweben des Körpers, wird während der gesamten Ausbildung unter sich wandelnden Aspekten betrachtet und gelehrt. Grundlage ist die Physiologie des Bindegewebes (Lehre der Matrix, des Systems der Grundregulation). Die Grundideen der Osteopathie, wie sie A.T. Still selbst formulierte, lassen sich alle aus der Physiologie des Bindegewebes, d.h. der Physiologie des Systems der Faszien, verstehen und erklären. Die subtil tastende und die Gewebespannung modifizierende Hand ist unser Werkzeug, um unmittelbar in die Selbstregulationskräfte des Körpers einzugreifen. Das dazu notwendige Palpationsvermögen wird während der gesamten Ausbildung gezielt geschult und weiterentwickelt.

Alle theoretischen/praktischen Fächer werden ausgehend von einer kurzen, präzisen Betrachtung der Anatomie, Physiologie und Biomechanik unterrichtet. Es schließen sich ausführliche Lehrzeiten zu  osteopathischen Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten an.

Radiologen führen in die bildgebenden diagnostischen Verfahren ein und ergänzen die klinischen Aspekte der Themen. Jede Klasse hat einmal im Jahr die Möglichkeit, in dem anatomischen Institut der Universität Düsseldorf bzw. Leipzig am Präparat zu arbeiten.

Absolventen der STILL ACADEMY Osteopathie GmbH können nach Absprache als Assistenten weiter am Unterricht teilnehmen und sich bei besonderem Interesse für eine Lehrassistenz bewerben. Wird die Bewerbung angenommen, können sie sich als Lehrer ausbilden lassen.

Die STILL ACADEMY Osteopathie GmbH veranstaltet Postgraduiertenkurse für Osteopathen D.O. und Absolventen der klinischen Prüfung. Das Programm erscheint jährlich auf www.still-academy.de.